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Inhaltsverzeichnis
1. Der Urzustand
| Um einen Kamin herzustellen, nehme man eine geeignete
Zimmerecke, reinige sie gründlich und zeichne die gewünschte Form des
Kamins mit Bleistift ein. Danach schreite man zur Vollendung des großen
Werkes. |
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2. Das Loch in der Decke
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| Um ein Loch in der Decke herzustellen, verlasse man sich
auf einen lokalen Experten, der auch gleich die Stahlarmierung aus der
Decke entfernt. Die genaue Position des Loches sollte man allerdings
selbst bestimmen. |
3. Das Fundament
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| Ein Fundament erhält man durch Ankleben eines Bleches
auf den Boden und Daraufsetzen einiger Backsteine, die man untereinander
mittels Zement verbindet. Ich würde verzinktes Blech verwenden
(wenigstens beim nächsten Mal), es sei denn, man findet Rostflecken
ästhetisch. |
4. Die Feuerstelle
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| Die Planung der Feuerstelle bedarf einiger Sorgfalt.
Etwas dünnere Backsteine (am besten natürlich Schamottesteine, aber
wir hatten nur Second-Hand-Ziegel, dafür etwas billiger) legt man
zwischen T- bzw. Winkeleisen auf Blechstreifen, damit nichts
durchfällt. Zum Anfertigen der Blechstreifen lasse man einen Flaschner
kommen, der die Arbeit mit höchster Genauigkeit und zur Zufriedenheit
aller Beteiligten durchführt: |
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| Das fertige Fundament bekommt einen estrichähnlichen
Überzug und sieht dann so aus: |
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5. Das Kaminrohr
| (Der Experte von der Maurerzunft ist mittlerweile auch
fast fertig:) |
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| Bei einem Blechwallah (oder nennt man das Flaschnerei?)
lasse man ein Ofenrohr anfertigen, das mindestens über eine
verstellbare Drosselklappe, ein Türchen und eine Haube verfügt. Hierzu
sollte man dann wirklich verzinktes Blech nehmen. |
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| Unterhalb sieht man den Drehknopf für die Drosselklappe.
Man muss sagen, das haben die Jungs wirklich gut hingekriegt. Matthias
war so begeistert, dass er fast damit zum Mond fliegen wollte. |
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6. Der Renommierbalken
| Ein Kamin ist nichts ohne Renommierbalken. Den muss man
sich bei einer Sägerei besorgen. Danach schlägt man ein geeignetes
Loch in die Wand, zementiert es aus und legt den Balken hinein. |
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| Auf der anderen Seite befestigt man den Balken mit einem
Metallstift in der Wand und sichert mit zwei langen verdübelten
Schrauben. Und so sieht das dann aus, mit dem Ofenrohr probeweise
darübergestellt: |
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| Zum Schutz des Balkens gegen das Feuer setzt man einfach
ein geschickt gefalztes Blech ca. 1 cm davor. Das Blech lässt man am besten beim
Blechwallah biegen. |
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7. Das Dach des Kamins
| Ich bin mir nicht sicher, ob man das nicht vielleicht
auch Deckel oder sowas nennt. Tatsache ist, dass das ganz schön
knifflig ist. Eigentlich wollten wir ein Stück Blech daraufsetzen,
haben die Idee aber dann verworfen. Zu schwierig, das Blech richtig zu
schneiden und zu biegen. Also haben wir einen anderen Weg gefunden,
nämlich eine Art Treppe aus Backsteinen mit Winkeleisen als Unterlage.
Das sieht auch schöner aus und hat den Vorteil gerader Nutzflächen.
Das Problem ist nur, die Winkeleisen zu schneiden. Also, falls man keine
solche besitzt, kaufe man eine Flex (auch Winkelschleifer genannt), erde
diese gründlich mittels eines an der Pumpe befestigten Drahtes (die
Elektriker haben nämlich im Haus die Erdungskabel "vergessen"), und
freue sich über diese Errungenschaft der Zivilisation. |
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| Die Freude währte in unserem Fall nicht lange. Eine
Phase des Schalters gab den Geist auf, worauf wir sie aber kurzerhand
überbrückten. Das löste das Problem. Zur Sicherheit hatten wir ja das
Erdungskabel. |
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| Falls es zwischenzeitlich dunkel werden sollte und der
Strom ausfällt, arbeite man bei Kerzenlicht weiter. In der Mitte der
Stab für den Wasserkessel, im Hintergrund ein Topf, der später sein
Leben lassen musste, um als Kragen für das Ofenrohr zu dienen. Das
Schutzblech für den Balken hängt man über das erste Winkeleisen. |
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| Damit das Prinzip völlig klar wird, hier noch eine
Innenansicht: |
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| Irgendwann ist das Dach dann fast fertig und sieht,
mitsamt dem Maurermeister, so aus: |
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8. Der Ansatz des Kaminrohrs
| Dieser gestaltete sich am kniffligsten von der ganzen
Angelegenheit. Mittels Blechstreifen haben wir dann die Lücken
abgedeckt und das Rohr mit Mörtel eingepackt. |
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| Und so sieht das dann aus: |
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9. Das erste Feuer
| Als der Zement schon angetrocknet war, wollten wir
natürlich nicht so müßig vor dem leeren Kamin herumsitzen. Also haben
wir kurzerhand in einem kleinen Ofen ein Feuer entfacht. |
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| Und siehe da, die Sache hat wunderbar funktioniert. Die
Ritzen zwischen den Backsteinen muss man allerdings gründlich
abdichten, sonst qualmt's einem die Bude voll. Und wenn man will, kann
man den Kamin auch noch schön verputzen. |
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10. Was der Spaß kostet
Material:
| ca. 100 Backsteine à 1,60 Rs |
160 Rs |
| 20 flache Backsteine second hand à 1 Re |
20 Rs |
| 1 halber Sack Zement |
80 Rs |
| Sand und Wasser |
gratis |
| Ofenrohr komplett |
900 Rs |
| div. Blechteile, Draht, Schrauben |
ca. 200 Rs |
| Renommierbalken |
500 Rs |
| Winkel- und T-Eisen incl. Transport |
ca. 500 Rs |
Arbeit:
| lokaler Maurerexperte 2 h à 20 Rs |
40 Rs |
| Summe |
2400 Rs entspricht etwa 50 Euro |
Eingesparte Kosten:
- Architekt
- Statiker
- Handwerker
- Materialkosten
- Baugenehmigung, Roter Punkt
- Inspektion durch Kaminkehrer
- Schmiergelder für Stadträte, Bürgermeister und Kaminkehrer
- Grundsteuer, Mehrwertsteuer
- Versicherungsbeiträge etc. etc.
Schätzt man die eingesparten Kosten auf ca.
15000 €, ergibt sich also insgesamt ein Plus von gesparten 14950 €. Fragt noch jemand, warum man in Indien ein Haus baut???
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